Neues Outlook und alte Anwendungen
Verfasst am von Gerhard Müller

Wer in Windows schon bewusst oder ungewollt auf „Outlook new“ umgeschaltet hat, könnte den Ausfall altgedienter Office-Software schon erlebt haben. Insbesondere MS-Access Datenbanken mit E-Mail-Anbindung können gar nicht mehr funktionieren, da mit dem neuen Outlook die Outlook-Automatisierung (Schnittstellen und bestimmte Add-Ins) wegfällt.
Vom Outlook-Upgrade betroffene Software
Microsoft stellte bisher den Office-Paketen eine gern genutzte Automatisierungs-Schnittstelle bei. Das COM-Objektmodell („Component Object Model“) erlaubt mittels VBA („Visual Basic for Applications“) die Office-Programme bis ins Detail zu steuern und Prozesse zu automatisieren.
Das neue Outlook basiert auf völlig anderer Technologie (mit Webmail vergleichbar) und verzichtet gänzlich auf die COM-Schnittstelle. Speziell entwickelte Software, die auf das Outlook-Objektmodell zugreift, kann damit nicht mehr funktionieren (z.B. Newsletterversand aus Datenbank).
Änderung bei Dateiformaten
Mit dem Umstieg auf Outlook new werden die lokal verwalteten Archive mit .pst-Dateien („Personal Storage Table“) teilweise nicht mehr unterstützt und auch das .ost-Format („Offline Storage Table“) nicht mehr verwendet. Die Pflege lokaler Archive in .pst-Dateien ist nur mehr eingeschränkt möglich.
Zeitplan für die Umstellung auf „Outlook new“
Aktuell (April 2025) wird Outlook new unter Windows noch als „toggle“ zum Ausprobieren angeboten, d.h. Sie können bei eventuellen Problemen wieder zum alten Outlook zurückkehren.
Die zweite Stufe „Opt-out“
In der zweiten Stufe (Zeitpunkt unklar) und nach Anpassungen bzw. Weiterentwicklung seitens Microsoft soll das neue Outlook standardmäßig starten, die Möglichkeit zur Reaktivierung der alten Installation bleibt jedoch vorläufig erhalten.
Die letzte Stufe „Cutover“
Mit ebenfalls unklarem Zeitpunkt wird die Zwangsumstellung (nach weiteren Anpassungen) vermutlich erst 2029 kommen, d.h. es wird keine Rückkehr zur klassischen Outlook-Version mehr geben.
Vorgehensweise
Da kein Ersatz für die COM-Schnittstelle mit allen bisherigen Möglichkeiten verfügbar sein wird, muss bestehende Software angepasst werden:
- verwendete COM- und VSTO-Addins („Visual Studio Tools für Office“) durch Web-Addins ersetzen
- VBA-Code und Makros in anderen Office-Programmen analysieren und alternative Methoden suchen
- Nutzen und Aufwand eines kompletten Umstiegs auf andere E-Mail Anwendungen schätzen:
Es ist Zeit, sich mit den Auswirkungen einer Umstellung auf „Outlook new“ zu beschäftigen, insbesondere wenn im Unternehmen VBA-Automatisierung eingesetzt wird.